Glückssuche? Glückssache?

Glückssuche? Glückssache?

eingetragen in: Tipps und Tools | 3

 

 

„So glücklich wie ich, rief er aus‚ gibt es keinen Menschen unter der Sonne‘. Mit leichtem Herzen und frei von aller Last ging er nun fort, bis er daheim bei seiner Mutter angekommen war.“

aus Hans im Glück, Gebrüder Grimm

 

 


 

Erinnerst du dich noch an ihn? Hans im Glück?

Hans erhält als Lohn für sieben Jahre Arbeit einen kopfgroßen Klumpen Gold. Diesen tauscht er gegen ein Pferd, das Pferd gegen eine Kuh, die Kuh gegen ein Schwein, das Schwein gegen eine Gans, und die Gans gibt er für einen Schleifstein mitsamt einem einfachen Feldstein her.

Warum er das macht?

Weil ihm jedes Mal Menschen sagen, er mache einen guten Tausch.

Bestimmt kennst du auch noch die Sparkassenwerbung:

Mein Haus

Mein Auto

Mein Pferd

Strebe nach mehr! Gib dich nicht zufrieden!

Das Streben nach Mehr und das Immerdashabenwollenwasichgeradenichthabenkann – beides sind offenbar völlig menschliche Eigenschaften. Schon bei kleinen Kindern kannst du ja schon beobachten, wie sie sich um den schönsten Luftballon streiten, und das Spielzeug der anderen Kinder immer interessanter ist, als das eigene.

Lange Zeit verband man Glücklichsein mit materiellem Wohlstand. Hattest du einen guten Job und ein hohes Einkommen warst du für deine Außenwelt glücklich.

„Guck mal: der Müller hat schon wieder ein neues Auto“

„Guck mal:  so ein tolles Haus will ich auch mal haben“

Seit einiger Zeit kannst du jedoch eine recht deutliche Gegenbewegung erleben. „Work-Life-Balace“ ist das neue Zauberwort, das auch Unternehmen für sich erkannt haben. Finanzielle Absicherung spielt zwar immer noch eine nicht unbedeutende Rolle, Freizeit, Urlaub und Vergnügen nehmen aber einen immer größeren Teil unserer Bedürfnisse ein.

Bildschirmfoto 2015-07-27 um 14.38.23

Digitale Nomaden

heißen die neuen Hippies unserer Zeit. Sie haben ihren 9 to 5 Job gekündigt, arbeiten nun ortsunabhängig und bereisen die Welt, während der Zögernde noch bei 35 Grad im Büro hockt und sich fragt, warum sein Arbeitgeber letztes Jahr nicht in eine Klimaanlage anstatt in die läppische 1,13% Gehaltserhöhung investiert hat.

Das Digitale Nomadenleben – Schlüssel zum Glück?

Tanja von Reiseaufnahmen hat sich in ihrer Blogparade Glückssuche: 9-to-5-Leben-oder den Job kündigen und ab in die Welt diesem Thema gewidmet und verschiedene Standpunkte zusammengesucht- sowohl von „Aussteigern“ wie auch von Menschen, die ganz klar sagen: ich bin gerne 9-to-5.

Hans – der digitale Nomade seiner Zeit?

Hans merkt letztendlich auf dem Heimweg, wie furchtbar schwer die beiden Steine sind und wie sehr sie ihn behindern. Beim Trinken schließlich fallen sie ihm aus Versehen in einen Brunnen. Anstatt ihnen nachzutrauern ist er glücklich, die schwere Last nun endlich nicht mehr mit sich tragen zu müssen und macht sich zufrieden auf den Heimweg.

Ist Hans nur glücklich, weil er seinen Ballast abgeworfen hat und nun völlig frei den Weg nach Hause antreten kann? Dann haben die Digitalen Normaden, die Freiheit auf ihren Blogs predigen vielleicht recht? Mach dich frei vom Kapitalismus! Vom engen Korsett des Angestellten-Daseins! Vom Sichdemerwartungsdruckderanderenunterordnen! Trau dich, dich zu verändern!

Ballast abwerfen, glücklich werden?

Wir glauben: Hans ist nicht plötzlich glücklich, weil er seine Steine abgeworfen hat. Hans ist glücklich, weil ihm nun ohne irgendetwas in der Hand niemand mehr reinreden kann.- Er hat quasi seinen virtuellen Ballast abgeworfen: das Sich-von-der-Meinung-der-anderen-steuern-lassen.

Hans hat von Anfang an immer nur auf die anderen gehört. Jeder wusste, was das Beste für ihn ist.

„Was läufst du da durch die Gegend! Kauf dir von deinem Geld besser ein Pferd, dann kannst du heim reiten!“ „Was willst du mit einem dummen Pferd? Lauf doch lieber und tausch es gegen eine Kuh- so hast du immer frische Milch unterwegs!“

Klingt das nicht wie:

„Kind, lern was Anständiges, geh zum Amt, da hat du einen sicheren Job!“ „Tierpfleger willst du werden? Da verdienst du doch nichts, lass die Finger davon!“ „Was? Du arbeitest noch in einem Bürojob und dümpelst da vor dich hin? Krieg deinen Hintern hoch und mach dich digital selbständig, das ist der Schlüssel zum Glück!“

Merkst du was?

…Was dich glücklich macht, diese Frage kann dir niemand beantworten, außer du selbst! Klar ist des Menschen freier Wille eine bloße Ilusion. Unser Handeln und unsere Meinungen sind immer ein Produkt einer Vielzahl an Eindrücken, Erfahrungen und Meinungen anderer die wir im Laufe der Zeit in uns vereinigt haben (oha- Achtung! Bildung! 😉 )

Dennoch kennt dich in der Regel niemand auf der Welt besser als du dich selbst.

Daher fange doch erst einmal mit einer Pro und Contra Liste an:

1.Was gefällt dir gut an deinem jetzigen Leben

2.Was möchtest du ändern?

3.Wie ließe ich das ändern?

4.Was wäre der Preis für die Änderung?

5.Bist du bereit diesen Preis zu zahlen?

Beachte immer:

Du MUSST nicht morgens ins Büro gehen. Niemand zwingt dich dazu. Wenn du nicht gehst, hat das nur ggf. einen Preis. Vielleicht ist der Preis die Kündigung. Zu hoch, oder ok?

Du MUSST nicht 40 Stunden die Woche arbeiten. Wenn du deinen Arbeitgeber fragst, kannst du bestimmt auch Stunden reduzieren- gegen? Ja genau! Einen Preis! In der Regel ist das eine Gehaltsreduzierung. Zu hoch, oder ok?

Du MUSST nicht zum Geburtstag deiner dummen Cousine gehen. Wenn du nicht hingehst, hat auch das einen Preis. Vielleicht ist sie sauer auf dich und redet nicht mehr mit dir. Zu hoch? Oder ok?

Du MUSST deine Steuererklärung nicht machen. Wenn du sie trotz Anmahnungen nicht machst, dann zahlst du auch dafür. Was? Das sagen dir dann die lieben Freunde vom Finanzamt. Zu hoch? Das kannst du dann situativ entscheiden.

Du MUSST kein Digitales Normaden-Leben führen. Wenn du dich dagegen entscheidest, kostet auch das. Vielleicht ein paar wertvolle Reiseerlebnisse und Erfahrungen. Zu hoch? Oder ok?

Du entscheidest!

Für uns heißt „glücklich sein“ ganz klar „zufrieden zu sein“. Zu dem Thema, wie du dir ein bisschen mehr Zufriedenheit in deinen Alltag holen kannst haben wir vor einiger Zeit einmal den Blogartikel Träumst du schon oder trauerst du noch geschrieben.

Klar träumen wir durchaus mal von einem Sabbatical und einer Weltreise, mit unseren Jobs sind wir jedoch im Großen und Ganzen echt zufrieden, denn sie ermöglichen uns unser Leben, mit dem wir aktuell sehr glücklich sind.

Und Glücklichsein hat für uns auch immer etwas mit Freiheit zu tun. Freiheit bedeutet für uns nicht, tun und lassen zu können, wozu wir gerade Lust haben, sondern vielmehr einen großen Strauß an Möglichkeiten in der Hand zu haben.

Freiheit heißt für uns: wir müssen nicht so leben, wie wir gerade leben und wir haben auch keine Angst etwas zu ändern, wenn es an der Zeit ist. Aber jetzt gerade ist alles genau richtig so wie es ist! Und wenn es das nicht mehr ist, dann können wir, wenn wir wollen.

 

Wenn du mal unzufrieden mit deinem Leben bist, hol die Liste raus, die du dir oben gemacht hast und werfe erneut die Dinge in die Waagschale. Prüfe, ob der Preis für die Änderung immer noch zu hoch ist, oder nun plötzlich vielleicht nicht mehr. Mach dir bewusst, dass in der Regel keine Anderen Schuld sind an deiner Unzufriedenheit und dass du die Person bist, die die Entscheidung trifft, wie sie letztendlich leben möchte.

Und vergiss nie:

Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung! 🙂

Alles Liebe

Foto 30.06.14 23 56 49

Andy, Miri und Skar

P.S.

Wie stehst du zu dem Thema FulltimeJob oder Digitale Selbständigkeit? Hast du dir auch schon einmal Gedanken gemacht, deinen Job zu schmeißen, oder bist du wie wir glücklich in deinem „Normalo“-Leben? Wir freuen uns auf deine Meinung und dein Feedback!

Mehr tolle Artikel zu dem Thema findest du wie gesagt bei Tanja von Reiseaufnahmen.

 

 

 

 

 

 

 

3 Antworten

  1. […] Andy, Miri und Skar von Bilderbummler hinterfragen, warum der Hans vom Hans im Glück eigentlich am Ende glücklich war und ziehen wundervolle Vergleiche, die eng mit dem Märchen verwoben sind. […]

  2. Tanja Starck
    | Antworten

    Hallo ihr Beiden,

    vielen lieben Dank für eure Teilnahme. Auf den Hans im Glück-Vergleich wäre ich nie gekommen, aber er gefällt mir außerordentlich gut. Je mehr ich mich jetzt mit dem Thema auseinander setze, desto passender erscheinen mir auch platte Sprüche wie „Jeder ist seines Glückes Schmied“, aber hey, so ist es irgendwie. Die Fragen, die ihr aufgeworfen habt, vor allem hinsichtlich der Preis Frage muss am Ende jeder selbst entscheiden und wenn die Antwort nach Zweifeln und Fragen lautet: ich bin glücklich – perfekt!

    Viele liebe Grüße
    Tanja

    • Die Bilderbummler
      | Antworten

      Hi Tanja,
      wir freuen uns, dass dir unser Artikel gefällt! Sind schon gespannt auf noch viele weitere spannende Beiträge zu deiner Blogparade und freuen uns auf deine Zusammenfassung!
      Viele liebe Grüße zurück
      Andy, Miri und Skar

Senf dazu geben? Her damit!